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Rezension: Rene Wetzel und Julie Cauret: Online Marketing für die Musikbranche. Toolbox für die Online-Künstlervermarktung, München 2012

5. Juli 2013

Online MarketingDie blaue media business library Reihe der in München ansässigen ebam Akademie ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Nach Ratgebern u.a. zu den Themen Label, Verlag, Sponsoring oder Musikrecht, widmet sich der neueste von Rene Wetzel und Julie Cauret verfasste Band dem Aspekt Online Marketing für die Musikbranche: Toolbox für die Online-Künstlervermarktung. Bekanntlich hat die globale Musikindustrie – auch aufgrund der Digitalisierung – in den letzten 15 Jahren fast die Hälfte ihrer Umsätze eingebußt. Trotzdem oder gerade deswegen ist das Internet in den letzten Jahren zum wichtigsten Marketinginstrument und -medium der gesamten Branche geworden, und zurecht erinnern die Autoren zu Beginn des Buches daran, dass es u.a. die Plattform Amazon war, die bereits 1996 mit einem Affiliate-Programm Tonträger von Partner- bzw. Künstlerwebseiten zum Kauf angeboten hatte.

Auf ca. 170 Seiten bieten die beiden Autoren im Folgenden einen Ratgeber, eine als Baukasten aufgebaute Toolbox, die sich in erster Linie an Praktiker denn an Wissenschaftler richtet, um die wichtigsten Aspekte des Online Marketing praxisnah herauszuarbeiten. So werden zunächst einige Grundlagen des Internets erläutert, bevor sich die anschließenden Kapitel den Disziplinen wie SEO, Social Media, E-Mail- oder viralem Marketing sowie E-Commerce widmen.

Die einzelnen Unterkapitel des gesamten Buches sind jeweils kurz gehalten, reichen von wenigen Zeilen bis maximal ein, zwei Seiten. Dafür geben die Autoren immer wieder optisch abgesetzte Tipps und Tricks, um das zuvor erläuterte für den Nutzer auch real Anwendbar zu gestalten. Ausführlich geht der Band beispielsweise auf den Nutzen verschiedener Social Media Plattformen ein, erklärt, welche in konkretem Zusammenhang sinnvoll ist und wie Besucher, Fans und letztlich Kunden auf diese geleitet werden können. Auch die Optimierung der eigenen Webseite ist in Zeten der Fülle von großer Wichtigkeit. Im vierten Kapitel gehen Wetzel und Cauret zudem auf den Bereich Vertrieb ein, denn in Zeiten der Digitalisierung sind Künstler nicht mehr auf Plattenfirmen und deren physische Vertriebe angewiesen, sondern können mit Hilfe von Content-Aggregatoren dies selbst in die Wege leiten.

Was bleibt am Ende zu sagen: Wissenschaftler sollten von diesem Buch die Finger lassen, nicht weil es schlecht geschrieben ist, aber sie werden keine Studien, Daten oder ähnliches zur weiteren Nutzung finden – für den praxisnahen Unterricht ist es hingegen einsetzbar. Praktiker hingegen, vor allem die im frühen Stadium ihrer Karriere, sollten sich diese Publikation bewusst anschauen, um sich und ihre Kunst im Internet sichtbar und damit vermarktbar machen zu können. Zwar fehlt zum Ende auf den ersten Blick ein Literaturverzeichnis, doch ein QR-Code leitet den interessierten Leser auf eine Internetseite mit weiteren Artikeln zum Thema, ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Off- und Onlinemedien.

 

Martin Lücke

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